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Weltreise in Apnoe |
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Der 30jährige sympathische Abenteurer aus der Steiermark bezeichnet sich selbst als Warmwasserschnorchler und Weltenbummler. Zusammen mit seiner Freundin Michaela ist er im März 2007 von einer Weltreise zurückgekommen, wo sich die beiden 2 Hauptziele gesteckt hatten: - die Meere dieser Welt atemlos zu betauchen und deren Bewohner zu sehen und - sich der Zivilisation fernhalten.
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Lieber Bernardo, Seit wie vielen Jahren tauchst Du und wie bist du zum Tauchen gekommen? Ich tauche schon länger als ich mich selbst erinnern kann, und wahrscheinlich teile ich dieses Schicksal mit anderen Apnoisten. Laut „Mama“ hab ich schon getaucht, bevor ich schwimmen konnte – wobei es sich dabei auch um simples Unvermögen gehandelt haben könnte. In meiner Jugend hat es mir dann einfach gefallen, nicht zu Atmen. Unterstützt wurde das von meinem Vater, der auch gerne mal zum Schnorcheln die Flossen anzog. So waren wir in Meer, See und Fluss, Gesicht nach unten, unterwegs. Wir waren immer schon eine Apnoe-geile Partie. Ich kann mich an einen Jungen aus unserem Städtischen Freibad erinnern, der früher die 50m Länge getaucht ist. Da dachte ich mir: Zu dem nehme ich Kontakt auf. Wie sich später herausgestellt hat, war das der Markus Nebel, der damals, also vor ca. 5 Jahren, schon irgendwie mit AIDA (Anm.: dem österreichischen Apnoe-Verband) verbandelt war. Mit dem Kontakt zur AIDA hat dann das „richtige“ Apnoetauchen begonnen. Wir hatten uns zwar vieles schon selbst beigebracht, aber durch die AIDA kamen eine Menge Tipps die uns noch weiter brachten und den Spaß verdoppelten.
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Würdest du dich eher als Gerätetaucher oder Freitaucher bezeichnen bzw. was gefällt dir besser? Das Gerätetauchen ist eine schöne Sache. Aber – ich mag keine Regeln, Vorschriften und Massenansammlungen Unfähiger unter Wasser. Und auf Tauchbooten, wie jeder weiß, hat man genau das. So hab ich das Gerät mehr oder weniger an den Nagel gehängt und bin viel lieber Apnoe unterwegs. Das Schöne ist: Bei Apnoisten gibt es kaum Unfähige, da die ohnehin nicht überleben würden.
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Du bist zusammen mit deiner Freundin Michaela im März 2007 von einer abenteuerlichen Weltreise zurückgekommen. Kannst du uns darüber erzählen? Ja, diese Reise … Schwierig war der erste Schritt: Das Bekenntnis, dass wir ein Jahr um die Welt reisen wollen – wirklich wollen! Und dann den Chef informieren - der sich besonders gefreut hat (lacht). Die Planung dauerte ungefähr 6 Monate. Wir haben alles aufgegeben und verkauft. Unser einziger Besitz war ein Rucksack und unsere Flossen unterm Arm. Sogar das Handy haben wir zu Hause gelassen. Ungewissheit drückt zu Anfang auf die Brust… Was wird passieren, wird’s gut gehen, wie werden wir uns verändern und können wir zu Hause wieder Fuß fassen. Und dann geht’s los. Die Besitzlosigkeit und das Wissen jeden Tag Sonntag zu haben, schafft unendliche Freiheit. Wir haben die Ziele der Reise nach zwei Gesichtspunkten ausgesucht:Wir wollen die Meere diese Welt atemlos betauchen und deren Bewohner sehenWir möchten uns von der Zivilisation fernhalten. Nach einigen Wochen - Auto, Telefon und Fernseher sind längst vergessen und unwichtig - schwebt man nur mehr so durch das Leben. Nicht immer funktioniert alles sofort, Organisiertes geht auch in die Hose. Aber das alles ist unwichtig. Man hat Zeit – unendlich viel Zeit. Genießt jeden Tag! Durch die lange Zeit, die man an einem Ort verbringen kann, kommt man in Kontakt mit den Einheimischen – und dann geht’s erst richtig los: eine Totenfeier im Dschungel von Papua, ein Geburtstagsfest eines Familienoberhauptes auf Fiji, Fliegende Fische fangen auf Cook (mit dem Schmetterlingsnetz), Weihnachten auf Samoa, Wildschweinjagd auf Atiu, Überleben im Dschungel vom Papua, Erdbeben, Vulkane, Haie, Wale, Miliärputsch… Heute sind wir wieder zu Hause und können sagen, dass der Wiedereinstieg nicht so schwierig ist. Die Österreicher, überhaupt die Europäer, haben einen leichten Schuss, müssen wir feststellen. Wenn man im Pazifik gelebt hat und auf die Frage: “Wann…?“ niemals eine Antwort erhalten hat, dann kann man moderne Hektik nicht mehr verstehen…
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Was sind deine Lieblingstauchplätze in Österreich und im Ausland? Die schönsten Tauchplätze die ich jemals gesehen habe, sind abgelegene, nicht befischte Inseln in Papua Neuguinea. (Seekühe, Delfine, Haie, Thunfisch…) Gleich danach kommt Fiji. Das klarste Wasser, aber wegen eines Hurrikanschadens leider keine Korallen, gab es auf den Cook-Inseln. 70m Sicht sind keine Untertreibung! In Österreich sind meine bevorzugten Tauchplätze die Schotterteiche der Südsteiermark. Vorne dabei ist sicher das Schwarzl Freizeitzentrum. Nicht aber, weil es dort so schon ruhig ist … ;-) Es ist das einzige Gewässer das ich kenne, in dem sich jeden Sommer an der Sprungschicht Süßwasserquallen herumtreiben. Wer es nicht glaubt, soll kommen! Auch der Reichtum an Flusskrebsen und Fischen ist sehenswert.
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Ganz ehrlich - hattest du schon mal Angst oder ein ungutes Gefühl beim Freitauchen/Gerätetauchen? Wenn ja, wie war das? Angst ist gut! In meiner Sturm und Drangzeit wollte ich meine Grenzen erweitern. Da hab ich dann beim Runtergehen öfter mal den Rückweg unterschätzt. Aber das passiert eh jedem Mal. Ein ungutes Gefühl hab ich eher, wenn einer meiner Freunde da unten ist und ich ihn sichere. Dann, nach Minuten, hab ich mich schon öfter gefragt, wie ich den menschlichen Verlust seiner Mutter beibringen soll…. Aber bisher ist, klopf Holz, alles gut gegangen.
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Und was war dein schönstes Erlebnis / Feeling beim Freitauchen? Freitauchen ist insgesamt schön. Was ich besonders genieße ist, wenn ich mit Michi gemeinsam unter Wasser schwimme - so als wären wir Fische. Zwischen Korallen und Delfinen in glasklaren, warmen tropischen Meeren.
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Unsere Philosophie von DiveStyle.at ist u.a., dass bei jeder Scuba-Tauchausbildung zumindest die Grundzüge des Apnoe Tauchens vermittelt werden sollten bzw. dass bei der Ausbildung zum Tauchlehrer (egal welcher Verein bzw. Organisation) die Apnoe-Ausbildung fester Bestandteil sein muss. Wie stehst du zu der ganzen Sache? Tauchlehrer sind auch nur Menschen. Meiner Erfahrung nach leider sehr oft schlechte - auf das Tauchen bezogen. Wenn jemand gerne taucht, kann er eine Tauchlehrerausbildung machen und die Fertigkeiten des Sports an andere weitergeben. Das macht aber noch lange keinen Apnoisten der mit Herz und Seele weitergeben kann, was er selber lebt. Ganz im Gegenteil: Lasst die Tauchlehrer an der Flasche hängen. Jeder kennt die Stickstoffproblematik der vielbeschäftigten Lehrer. Es ist für sie nicht gesund, sich auch noch mit Yoyo Tauchgängen ins Gewebe zu entsättigen. Ansonsten habe ich schon bei einigen Tauchanfängern gesehen, dass zumindest ein Abtauchen und Schnorchelausblasen bei einem Open Water Kurs gelehrt wurde.
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Mal abgesehen vom Freitauchen – was sind sonst noch deine Hobbys? Ein bisschen Offroadfahren, Skaten auf Eis und Asphalt, Reisen, Abtanzen.
Dein Lebensmotto? Einer geht immer! Genieße Dein Leben.
Lieber Bernardo, Wir danken dir für das Interview und wünschen dir weiterhin viel Spass im Leben und das Allerbeste für deine Zukunft!
(c) alle Fotos: Bernhard Schneeberger
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Weltreise - weitere Bilder |
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Österreicher lieben das Meer,lieben sie auch Haie? Fritz Donart
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