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Maler und Weltreisender |
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Fritz Donart - ein von Fachleuten hochgeschätzter Maler - erntete vor kurzem großen Erfolg mit seiner Vernissage "Luft, Meer, Erde" in Wien. Der kreative Schaffensbogen des 60jährigen Künstlers reicht von der Idylle der Landschaft in der Wachau bis zu Ansichten aus dem Süden. Oft bemerkt man in seinen ausdruckstarken Bildern die Verbindung zum Wasser/Meer...
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Lieber Fritz, deine 4 wöchige Ausstellung in Wien ,,Luft, Meer, Erde“, wo farblich kräftige, ausdrucksvolle Malereien mit Wachs und Farbe gezeigt wurden war ein voller Erfolg. Bei wie vielen Ausstellungen warst du schon vertreten und wo? Ich hatte seit Ende der 70er Jahre bis heute im In-und Ausland zirka 180 Einzelausstellungen und etwa 200 Gruppenausstellungen. Höhepunkte waren mehrmalige Ausstellungen in Köln (Galerie Smend), dann die Textilbiennale 1981 in Linz und Wien(Brucknerhaus / Künstlerhaus). 1997 Guizhu /China, 1999 /2003 Gent /Belgien, 2002 Hannover und Tokio/Japan, schließlich 2004 Boston/USA.
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Warum malst du, wie bist du zur Malerei gekommen und wie würdest du selbst deine Art von Malerei bezeichnen? Ich habe seit Kindheit ein Talent zum Zeichnen. Bei der Lektüre von Reise- und Seefahrtsbüchern entwickelte sich in mir Reiselust und Fernweh. Dann begann ich Schiffsmodelle zu bauen, Fahrzeuge zum träumen gleichsam. Mein Vater sagte, zeichnen und „basteln“ kann er, also wird er Ingenieur! HTL, allgemeiner Maschinenbau, Matura 1966. Ein Fehler, denn das Fernweh blieb. Nur ein paar Jahre konstruierte ich Meerwasser Entsalzungsanlagen in Bremen, dann wollte ich mit dem Bus nach Australien. Diese Reise dauerte ein Jahr, durch 16 Länder und da fand ich zurück zu meinen kreativen Talenten. Auf der Indonesischen Insel Java erlernte ich die Malerei, das Zeichnen mit heißem, flüssigen Wachs auf Textilien, die abwechselnd dunkler gefärbt und wieder gewachst werden. Batik gab es schon in Zeiten der „Seidenstraße“, in Java ist diese Kunst am höchsten Niveau, da lernte ich von „alten Meistern“.
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Wo malst du am liebsten? Zeichnen, skizzieren im Freien, ausarbeiten muss ich leider im Atelier. Wachszeichnen, Nassfärben, trocknen, neues Wachsauftragen, eine unendliche, Tage, wochenlange Geschichte, die aber sehr meditativ ist.
Fachleute schätzen deine edlen Batik-Gemälde – einige davon zeigen Meeres- oder Unterwasserlandschaften. Du liebst auch alle Wassersportarten. Gibt es eine besondere Verbindung zwischen dir und dem Wasser bzw. dem Meer? Ich bin mit einem Paddel- Segelboot an der Donau in Melk aufgewachsen. Einerseits die dschungelartigen Altarme der Au vor dem Kraftwerksbau, andererseits die mehrmaligen Reisen von Passau, man nannte es „Wasserwandern“ und die Fantasie ging weiter übers Schwarze Meer bis in den Pazifik. Schließlich bin ich in den 60er Jahren auf 4 deutschen Frachtschiffen als Ing. Assistent knapp zwei Jahre zur See gefahren. Als Künstler verbringe ich die „Hochwinterzeit“ mit Arbeit meist auf Inseln oder Stränden. Bali, Ibiza, Cuba, 3 Winter auf der urigen Insel Susak vor Istrien. Aber auch 2 Winter in einem winzigen Fischerdorf nahe dem andalusischem Cap Trafalgar...
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Hast du vor, irgendwann einmal Tauchen und/oder Apnoe Tauchen zu erlernen? Würd’ gern, aber denk’ ich bin zu alt(60) und die Gesundheit ist auch nicht mehr fit.
Du bist ein sogenannter Weltreisender. Du hast das Mittelmeer umrundet, anschließend Nordamerika, Panama, die Karibik, die Westküste Südamerikas, Südchile, etc. Bitte erzähle uns etwas davon. Dazu müsste ich ein Buch schreiben. 10.000 Stories: Es hat Feuer an Bord gegeben, wir sind 3 Tage den Orinoco raufgeschippert durch den „schreienden“ Dschungel, der Anker war kaputt, weil das Vorschiff „glühte“, die 31 Kompaneros an Bord mit psychologischen Zuständen reif für Siegmund Freud, ein schwarzer (Blinder) Passagier aus Haiti tauchte auf... Wem’ s interessiert und der zuhören kann, tausende See Geschichten, alles wahr, kein Seemannslatein! Es gibt auch einen sehr wackeligen Super 8 Film dazu. Hab’ damals nur auf die Camera gedrückt, nie was gesehen. Also gute 16 Monate auf MS „Silvia“ einem sog. „Never come back liner“, Trampdampfer, der sich in der Welt Ladung sucht zum transportieren. 8.000 BRT, 17 Jahre damals schon alt, gebaut in Bremen. Hatte die glückliche 4 – 8 Wache durchgehend, das heißt tagsüber im Liegestuhl am Sonnendeck!
Was war dein schönstes/eindruckvollstes Erlebnis auf hoher See? Längster Seetörn ohne Land 31 Tage. Allein, ein Dampfer auf offener See. Kein anderes Schiff zu sehen. Wir haben alles an Bord und können auch Handeln wenn’s schlimm wird. Aber diese Einsamkeit, Ausgeliefertsein nur mit uns, unser Können dieses Schiff zu fahren, unsere Kameradschaft bei aller Unterschiedlichkeit der Besatzung, das war mein schönstes Erlebnis. Noch etwas: Ein Sturm, Windstärke 9 am Kümo 1966 in der Ostsee. Wir hatten Gusseisenrohre aus Russland nach Bremen geladen, waren voll bis über der Freibordmarke. Alle Luken dicht, außer oben die Skylights, damit unser Diesel Luft bekommt. Normalerweise fuhren wir 13 sm pro Stunde, diesmal 3 sm retour. Die Kombüse funktionierte nicht mehr, das Seewasser spritzte durch die Schotten u. Bullaugen, lief durch Niedergänge bis in die Bilge. Wir pumpten im Dauereinsatz, alles war nass, auch die Kojen und dann der Gedanke: Hoffentlich verrutscht die Ladung nicht, sonst sind wir alle in 3 Minuten auf dem Meeresgrund! Das war sehr eng, zum beten, aber real. Doch Taucher leben ja auch ständig mit diesem Überlebenskick, oder?
Ganz ehrlich – hattest du schon einmal Angst vor dem Meer? NIE, das Meer ist mein Element und Freund, man muss es nur respektieren. Und vorbereitet sein für alle möglichen (Zu)Fälle, mit dieser Energieform leben!
Was sind deine Lieblingsplätze/ Lieblingsorte in Österreich und im Ausland? Mein Lieblingsplatz ist die WACHAU in Österreich, im Ausland ist es Andalusien, die karibischen Inseln, kleine abgelegene Fischerdörfer. Im Allgemeinen: Inseln und Strände, die Berührung von Wasser und Land!
Was sind außer der Malerei sonst noch deine Hobbys? Tai Chi Chuan, eine chinesische sanfte, langsam fließende Bewegungslehre. Hab das von einem alten Chinesen in den USA gelernt. Übe und unterrichte seit 30 Jahren. Ja, und reisen, wegfahren, lesen, Geografie, die Menschheitsgeschichte... Den SINN des Lebens begreifen, lernen.
In welchen Lokalen / Restaurants trifft man dich in Wien und im Ausland? Ich gehe sehr selten aus, wenn dann essen oder Freunde treffen. Mein Künstler Budget ist sehr knapp, will ja arbeiten um wegfahren zu können und nicht herumhängen. Naschmarktbeisln , Flohmarkt, am Samstag. Abwechselnd in den zahlreichen Lokalen bei mir ums Eck im 4. Bezirk Freihausviertel, Magarethenstr., Wiedener Hauptstr. Kein Stammlokal
Dein Lebensmotto? Fantasie !
Lieber Fritz, Wir danken dir herzlich für das Interview und wünschen dir weiterhin viel Erfolg in deinem Leben! Link zur Website von Fritz Donart
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Bernhard Schneeberger Norbert Heumayer
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