Unterwasserhotel für Arheilgen/Deutschland

Abtauchen auf der grünen Wiese

Schiffswracks auf dem Grund von Arheilgen? Höhlentauchen im Industriegebiet? Klingt skurril, könnte aber bald Wirklichkeit werden. Wer heute 40 Meter tief abtauchen möchte, muss weite Fahrten zu Gewässern oder Einrichtungen in anderen Bundesländern oder im Ausland auf sich nehmen.

Kann Hans Kutschera seine Pläne umsetzten, dann werden Sporttaucher ab 2010 in Arheilgen ihre Ausrüstung anlegen können. Der Darmstädter plant auf der grünen Wiese ein gigantisches Tauchbecken mit Unterwasser-Hotel, Restaurant und Museum. Für das Center auf einem 40000 Quadratmeter großen Areal südlich der Weiterstädter Landstraße hat das Parlament nun einen Bebauungsplan auf den Weg gebracht.

Hans Kutschera sitzt entspannt in seinem Büro in der Adelungstraße. Seit 40 Jahren verwirklicht er rund um Darmstadt Immobilienvorhaben. Eigentlich spricht er im Voraus nicht gerne über seine Projekte, aber seit sein Tauchzentrum Thema im Parlament war, steht sein Telefon nicht mehr still.
Kutschera selbst ist seit vier Jahrzehnten passionierter Taucher. Seit sechs Jahren schon nimmt die Idee, ein großes Tauchbecken zu bauen, in seinem Hinterkopf Gestalt an. 40 Meter tief und 65 Meter breit soll der "Pool" werden, 10 000 Kubikmeter Wasser fassen.

Innendrin will Kutschera eine Erlebniswelt für Taucher bauen. Er denkt an ein Bergwerk mit Tunnelsystem, an Schiffs- oder U-Bootwracks, die dort versenkt werden könnten. Bis zu 70 Taucher sollen gleichzeitig abtauchen können.

160 Hotelzimmer, größtenteils mit Blick direkt in das Tauchbecken hinein, sollen entstehen. Ebenso ein Restaurant und ein Unterwassermuseum, wo Kutschera vom Perlentaucher bis zum Meeresbiologen Cousteau die Entwicklung des Tauchens dokumentieren will.

"Das gibt es in dieser Form nirgendwo", sagt er. Zwar existieren Tauchtürme oder Indoor-Tauchcenter in der Republik wie das Monte Mare in Rheinbach, aber mit dieser Tiefe und Hotelanbindung sei "das Projekt bundesweit einmalig". 120 Arbeitsplätze könnten entstehen. Als Kunden setzt Kutschera auf die vielen tausend Sporttaucher in Deutschland und die Tauchschulen der Region.

Noch sind statische und bauliche Details zu klären. Doch in zwei Jahren hofft Kutschera sein Zentrum eröffnen zu können. Warum gerade Arheilgen? Kutschera: "Mir wurden kostenlose Grundstücke in anderen Bundesländern angeboten, aber jetzt kaufe ich eins hier. Ich will halt aus Darmstadt nicht weg".


Autor: Astrid Ludwig, Frankfurter Rundschau.
1.12.2008




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