a kiss from the caretta turtle |
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Hennie Kissling berichtet, wie freundlich eine Meeresschildkröte sein kann wenn man ihr respektvoll begegnet und zeigt damit die offensichtlichen Vorteile beim Fotografieren in Apnoe. |
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Es war ein ganz normaler Alltag am Blue Hole/Dahab: der Taxifahrer verhandelt mit dem Restaurantbesitzer über die Provision von den Touristen die dort Speisen und Getränke konsumieren. Der Tourist-Guide erklärt den Schnorchlern dass sie die orangefarbene Schwimmweste sicherheitshalber doch anziehen sollen – man weiß ja nie – schließlich ist das Meer sehr tief und man kann ja leicht ertrinken... |
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Als ich an der Wasseroberfläche liege und die Sonnenstrahlen betrachte die sich in der Tiefe verlieren, fühle ich mich pudelwohl und verspüre das typische Gefühl des ,,Nachhausekommens.“. Ich tauche auf 30m ab, sehe mich um und lausche: Stille und Harmonie – nur weit entfernt ein knackendes Geräusch von einem Papageienfisch. Einige Freitauchgänge folgen noch, danach hole ich meine Kamera. |
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In Apnoe zu fotografieren zahlt sich immer aus. Die Unterwasserbewohner kommen näher, weil man keine Bubbles wie beim Gerätetauchen erzeugt. Die Tiere fühlen sich dadurch in ihrer natürlichen Lebensweise nicht gestört und sind teilweise sogar sehr neugierig, so wie zb. die Caretta Schildkröte. Viele Taucher träumen davon: Eine Begegnung mit einer großen Caretta Schildkröte, die vielleicht sogar auf den Taucher zuschwimmt und die Möglichkeit, gute Fotos und/oder Videos als Erinnerung davon zu behalten. Dieser Wunsch wurde mir erfüllt – es war das schönste Abschiedsgeschenk an meinem letzten Aufenthaltstag am Blue Hole. |
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Die erste Begegnung hatte ich auf ca. 25m ... ich tauchte ab und sah zunächst zwei Trimixtaucher weit unter mir ihren ersten Dekostopp machen... als ich jedoch tiefer tauchte, merkte ich dass es nur ein einziger Trimixtaucher war – und neben ihm schwamm eine riesige Caretta Schildkröte die ihn mit großen Augen ansah. Ich war sehr aufgeregt und knippste schnell einige Fotos. Als die Schildkröte dann auf mich zuschwamm merkte ich dass die erste Kontraktion des Zwerchfells kam und ich musste langsam wieder auftauchen. Schnell wandte ich einige Atemtechnik-Tricks an der Oberfläche an, um bald wieder abtauchen zu können. |
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Diesmal tauchte die Schildkröte etwas höher und kam ganz nah an mich heran. Ihr Blick und ihre Bewegungen waren eine Mischung aus Gelassenheit, Selbstsicherheit und Neugier. Sie umkreiste mich und kam wieder sehr nah – diesmal jedoch biss sie sanft in die Kamera. Mit diesem ,,Probebiss“ merkte sie dass Unterwasserkameras eher nicht schmackhaft sind und ich merkte dass ich die Zeit vollkommen vergessen hatte... schon wieder musste ich auftauchen. Die Schildkröte schwamm mir nach und beobachtete mich. Sie wollte auch an die Oberfläche schwimmen um zu atmen. Ich bewunderte die Meisterin des Apnoe-Tauchens... eine Stunde oder mehr ohne Luft – bemerkenswert! Auch wenn einige Taucher uns Freitaucher mit Reptilien vergleichen: eine Stunde werden wir wohl nie zustande bringen:-). |
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Vor lauter Glück und Begeisterung vergaß ich wo wir waren: die Schildkröte und ich sind mittlerweile von der äußeren Steilwand ins Blue Hole getaucht wo immer viele Schnorchler die Unterwasserwelt bewundern. Plötzlich entdeckten einige Schnorchler die Schildkröte an der Wasseroberfläche und schwammen schnell und laut plantschend auf sie zu. Einer davon wollte sie berühren – gerade als sie im Begriff war zu atmen. Sie erschrak natürlich über die Rücksichtslosigkeit und die ruckartigen Bewegungen der vielen Menschen um sie herum und tauchte ängstlich wieder ab. Ich war wütend und machte den Leuten laut und verständlich klar dass die Schildkröte auf ihrem Weg an die Wasseroberfläche zum Luftholen nicht gestört werden darf, denn dann müsste sie wieder abtauchen und könnte möglicherweise ersticken. Mit dem Satz: ,,Please show a little respect!“ tauchte ich ab und suchte sie. Ich dachte mir: ,,Wäre schön, ein Miteinander von Tourismus und Artenschutz zu ermöglichen.“ |
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Auf ca. 15m kam sie wieder auf mich zu und ich zeigte ihr den Weg hinaus aus dem Blue Hole ins offene Meer, wo sie dann in Ruhe an der Oberfläche Luft holen konnte. Ich stellte die Kamera auf ,,Reihenaufnahme“ und knippste überglücklich mehrere Bilder. |
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Später wurde es ein richtiges Spiel: Sie verfolge mich und wir spielten ,,verstecken“. Manchmal schwammen wir beide aufeinander zu und ich tauchte plötzlich knapp unter oder über ihr hindurch. Durch das schnelle Drehen und Ausweichen (zum Glück trug ich meine blauen Special-Fins Flossen) bekam sie noch mehr Ansporn: sie verfolgte mich so lange wie möglich und schaute jedes mal sehr verwundert, warum ich nur so kurz;-) die Luft anhielt und sie immer wieder verlassen musste um an die Oberfläche zu gelangen. |
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Als ich dann nach ca. drei Stunden Abschied nahm von der Schildkröte, war ich erschöpft aber unbeschreiblich glücklich. Man kann so ein Erlebnis schwer in Worte fassen. Man muss es erleben. Ich kann nur immer wieder sagen: es zahlt sich aus, Freitauchen zu lernen. Nicht nur zwecks der erhöhten Sicherheit beim Gerätetauchen – die meisten Tiere betrachten den Freitaucher als Artgenossen. So gelingen auch die schönsten Fotos:-) |
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Einige zusätzliche Infos zur Caretta Schildkröte: |
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Mehr Infos: |
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